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Mongolia
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Landeskunde

Die Mongolei ist ein sehr dünn besiedeltes Land im Herzen Asiens. Viereinhalb mal so groß wie Deutschland berägt die Ost-West-Ausdehnung 2.400 km, die Nord-Süd-Ausdehnung 1.100 km. Politisch gliedert sich die Mongolei in 21 Aimags (Provinzen) und die Hauptstadt Ulan Bator. Von den 3 Millionen Mongolen leben schätzungsweise die Hälfte in der Hauptstadt. Der Rest verteilt sich in den Weiten der Steppe, allerdings so geschickt, dass bei einem kurzen Autostopp keine fünf Minuten vergehen, bis der erste Reiter dem Auto einen Besuch abstattet.

Mongolei

Etwa ein Drittel der Staatsfläche der Mongolei wird von Hochgebirgen eingenommen. Diese sind nicht gleichmäßig verteilt, sondern konzentrieren sich vor allem im Norden, Westen und Südosten. Die Landschaft der Süd- und Ostmongolei wird von trockenen Hochebenen bestimmt. Die mittlere Landeshöhe liegt bei etwa 1500 m über dem Meer.

Landschaftlich ist die Mongolei sehr vielgestaltig. Man findet hier Taiga, Stein- und Sandwüsten und natürlich die Steppe, als Langgrassteppe, Kurzgrassteppe, Federgrassteppe, Wüstensteppe, Waldsteppe, und, und, und ...

Khangaigebirge

Trotz der landschaftlichen Vielfalt ist die Mongolei durch ihre Lage im zentralasiatischen Hochland ein Land mit extrem kontinentalem Klima, also mit extremen Temperaturunterschieden und sehr geringen Niederschlägen. Mit Nachttemperaturen von -40°C und Tagesmittelwerten von -25°C sind die Winter hier extrem kalt. Während des kurzen Sommers steigen die Tagestemperaturen zwar gut und gerne über 30°C, jedoch fällt das Thermometer nachts auch wieder auf 10°C und weniger. Die Niederschläge sind, mit Ausnahme der Hochgebirge, mit rund 200 mm sehr gering. Die sowieso schon geringen Niederschläge fallen zu 80 bis 90% zwischen Mai und September.

Die Mehrheit der Mongolen zählt kulturell zum Stamm der Khalkh-Mongolen. Daneben gibt es besonders in den westlichen, nordwestlichen und nördlichen Randgebieten auch andere Stämme wie die Durvud, Borgo, Darijanga, Burjaten und Kasachen.

Reisezeitraum

Die Hauptreisezeit in der Mongolei sind traditionell die Sommermonate Juni bis August, in denen die Tagestemperaturen die 20°C übersteigen können. Die Nächte sind jedoch mit Temperaturen von 10°C weiterhin recht frisch. Ein recht neuer Reisezeitraum ist der Winter. Seit 2009 gibt es in der Nähe Ulan Bators das Skizentrum „Sky Resort“.

Landleben

Während sich das Stadtleben in Ulan Bator nur wenig von anderen Hauptstädten unterscheidet, besitzt das Landleben nicht nur seinen eigenen Charme, es unterscheidet sich so grundlegend vom Rest der „zivilisierten Welt“, dass hier ein paar Worte notwendig sind.

Eine Sache, die einen in der Mongolei zuerst einmal stutzen lässt ist, dass anders als überall sonst in der Welt, die Haustiere, also Pferde, Rinder, Schafe, Kamele und Ziegen frei herumlaufen. Diese wahre Freilandhaltung macht aber Sinn, wenn man sich vorstellt, dass man viele Millionen Stück Vieh nicht einsperren kann. Da schützt der Mongole lieber sein Gemüsebeet mit einem Zaun, aber nicht damit es nicht weglaufen kann, sondern damit die freilaufenden Tiere es nicht verputzen.

WasserpassageEine andere Sache, die man schnell feststellt ist, dass Straßen wie wir sie kennen, hier Mangelware sind. Bis auf ein paar überregionale Fernstraßen aus Asphalt, gibt es in der Mongolei nur Sand- und Schotterpisten. Haben die Asphaltstraßen schon einen sehr geringen Standard, so sind die Pisten schlechter als irgendein deutscher Wald- oder Wiesenweg. Das macht aber in der Regel nichts, da die verwendeten russischen Kleinbusse, trotz ihrer archaischen Bauweise, vergleichsweise „komod“ gefedert sind. Für die Nomaden und ihre Pferde sind Straßen eh nicht notwendig, da man querfeldein direkter und damit schneller sein Ziel errreichen kann.

Für die Infrastruktur gilt Ähnliches wie für die Straßen. Meistens ist sie nicht vorhanden und wenn doch, dann nicht in für uns vertrautem Standard. Krankenhäuser zum Beispiel gibt es zwar in jedem Aimagzentrum, man sollte aber bei ernster Erkrankung schon nach Ulan Bator fahren bzw. gleich nach Peking. Das hört sich schlimmer an als es ist, denn in der gesunden Luft des mongolischen Hochlandes wird man sehr selten krank.

Auch wenn das Einkaufen bzw. die Versorgung mit den Dingen des täglichen Bedarfs auf den ersten Blick fast nicht vorhanden zu sein scheint, so ist es doch möglich, in jedem Aimag- bzw. Sumzentrum etwas zu kaufen. Die Wasserversorgung erfolgt aus zentralen Brunnen von hoher Wasserqualität. Das macht auch Sinn, denn so können keine Leitungen einfrieren.

Dass die Mongolei allerdings mit riesigen Schritten ins 21. Jahrhundert drängt, zeigt sich an dem seit kurzem vorhandenen, nahezu flächdeckenden Mobilfunknetz und dem rasant wachsenden Tankstellennetz. Das war vor 10 Jahren noch ein Thema für sich, aber das ist eine ganz andere Geschichte ...

Reisehinweise

Die gesamte technische Ausrüstung, wie Zelte, Kocher, Geschirr, etc. wird aus meinem Expeditionsfundus gestellt. Sie benötigen nur die Sachen für Ihren persönlichen Bedarf. Jeder wird bei seinen persönlichen Dingen andere Prioritäten haben, allerdings gibt es aus meiner Sicht auch notwendige Sachen, die Sie in Betracht ziehen sollten. Dazu gehören:

• Sonnencreme, Sonnenhut, Sonnenbrille und Badesachen,
• warme Kleidung für abends,
• warmer Schlafsack (z.B. Deckenschlafsack bis 10°C),
• warme Schlafsachen für die Nacht,
• aufblasbare Isomatte und kleines Kopfkissen,
• feste Schuhe (am besten Lederschuhe, kein Goretex, Sympatex, o.Ä.) und Sandalen,
• LED-Taschen- oder Stirnlampe,
• staubdichte Packsäcke, -taschen oder -tonnen und
• einen Tagesrucksack.

Ich selbst verwende seit 1997 zwei Ortlieb Packsäcke Größe L und seit 2008 zusätzlich zwei Ortlieb Motorradpacksäcke Classic. Die Packsäcke sind bei Globetrotter erhältlich. Auf den ersten Blick scheinen die Packsäcke etwas ungewöhnlich, aber man kriegt alles rein, Schlafsack, Sachen, sogar mein Bohrgestänge samt Bohrkopf für Seebohrungen. Außerdem bleibt der in der Steppe unvermeidliche Staub draußen.

Versicherungen

Als wirklich wildes und nahezu unerschlossenes Land, vor allem im Bezug auf die Krankenversorgung, empfehle ich ausdrücklich den Abschluss einer Reisenotruf- und Reisekrankenversicherung mit Deckung von Rückführungskosten. Weiterhin empfehle ich den Abschluss einer Reiseunfall- und einer Reisehaftpflichtversicherung. Inwieweit sie eine Reisegepäckversicherung benötigen, sollten Sie vom Wert der mitgeführten Sachen abhängig machen. Ich selbst hatte bisher keine Probleme mit dem Gepäck bei der Aeroflot und der MIAT.

Gesundheitliche Anmerkungen

Das Mitführen einer eigenen Reiseapotheke empfiehlt sich. Der Transport von Flüssigkeiten ist allerdings nur eingeschränkt möglich. Die Reiseapotheke sollte ein Antibiotikum, Desinfektionsmittel/tücher, Kopf- und Fieberschmerzmittel und ein Durchfallmittel enthalten. Die Rücksprache mit Ihrem behandelden Artzt empfehle ich dringend vor Antritt der Reise. Obwohl keine Impfungen für die Einreise vorgeschrieben werden, empfehle ich folgende Impfungen: Tetanus, Diphterie, Hepatitis A+B und FSME. Weitere Infos gibt es beim Centrum für Reisemedizin (hier klicken: http://www.crm.de) im Internet. Obwohl selten, so gibt es in der Mongolei auch Krankheiten bei denen eine Impfung nicht möglich ist. Dazu zählen: die Beulenpest, Tuberkulose und HIV. Erstere ist jedoch sehr selten und kann mit Antibiotika behandelt werden. Die Zweite ist ebenfalls selten und über die Dritte und deren Verhütung sollten Sie informiert sein.

Empfehlenswerte Bücher

Es gibt mitlerweile zu jedem Land der Welt unzählige Reiseführer. Mein Lieblingsreiseführer ist „Mongolei: Das komplette Handbuch für individuelles Reisen und Entdecken“ von Fred Forkert und Barbara Stelling.

Es gibt auch eine Reihe älterer Reiseberichte, die ich sehr empfehlen kann und die Lust auf mehr machen. Die meinsten dieser Bücher sind für wenig Geld über das Zentrale Verzeichnis antiquarischer Bücher (hier klicken) im Internet bestellbar. Folgende kann ich empfehlen:

„Jabonah. Abenteuer in der Mongolei.“ Henning Haslund-Christensen
„Zajagan. Menschen und Götter in der Mongolei.“ Haslund-Christensen
„Die Mongolei und mein Leben mit den Mongolen.“ F.A. Larson
„Kühles Grasland Mongolei.“ Walter Bosshard
„Süsse Frucht, bittre Frucht China.“ Nora Waln
„Sommer in der Mongolei.“ Nora Waln
„Im Land der schnellen Pferde. Ein abenteuerlicher Sommer in der Mongolei.“ Mabel Waln-Smith

Alle diese Bücher spielen zu Beginn des 20. Jahrhunderts und das Interessante ist, dass sich alle Personen entweder untereinander kennen bzw. die selben mongolischen Freunde haben.

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