Auf den Spuren Dschingis Khans

Die Vereinigung der mongolischen Stämme unter Dschingis Khan (Bild links) Anfang des 13. Jahrhunderts und die Bildung eines mongolischen Reiches von der Pazifikküste bis ins das Herz Europas hinein ist einzigartig in der Geschichte der Menschheit.
Karakorum - der Name der Hauptstadt des Mongolischen Reiches - gilt seit jeher als Synonym für Dschingis Khan und seine berittenen Horden. Auch heute zieht dieser im Westen der heutigen Mongolei gelegene Ort, den bereits Marco Polo in seinem Reisebericht als Sommerresidenz Dschingis Khans erwähnte, viele Reisende in seinen Bann. Weniger bekannt ist jedoch, dass das Khentigebirge im Osten der heutigen Mongolei die eigentliche Heimat Dschingis Khans und seiner Nachfolger ist und dass die Weltpolitik der damaligen Zeit dort bestimmt wurde.
Neben dem Geburtsort Dschingis Khans, der nahe des Ortes Binder vermutet wird, und dem Ort Dadal, an dem er seine Kindheit verbrachte (Bild unten), liegt im Khentigebirge auch dessen Krönungsstätte, an der er 1206 zum Khan aller Mongolen berufen wurde und die mongolischen Stämme einte. Des Weiteren findet sich eine wichtige Sommerresidenz, „Ikh Aurug“ (großer Palast) genannt, dort. Diese wurde auch in der nachfolgenden Zeit als Regierungssitz und Reichstagsstätte genutzt und gilt als Ort, an dem die geheime Geschichte der Mongolei geschrieben wurde.
Landschaft
Mit Höhen zwischen 1000 und 2000 m ist das Khentigebirge und der gleichnamig Aimag (Aimag = Verwaltungsbezirk) östlich Ulan Bators ein sehr abwechslungsreiches Weide- und Waldland.

Die Südausläufer des Khentigebirges reichen bis an den Rand der Gobi. Zahlreiche Flüsse und Seen gliedern die Landschaft vielfältig. Im zentralen Bereich wechseln üppige Steppenlandschaften und Lärchenwälder einander ab. In Richtung der russischen Grenze nimmt die Gebirgssteppe große Räume ein und geht anschließend in die sibirische Taiga über.
Nach Osten in Richtung Dornod-Aimag wird das Relief flacher und der Anteil an Baum- und Strauchvegetation nimmt stark ab. Von der sich in die Unendlichkeit verlierenden, sanft geschwungenen Menegiin-Steppe sagt man, dass man am Morgen schon sehen kann, wer am Abend zu Besuch kommen wird. Mit 565 m bildet die Senke des Khukh-Nuur-Sees, 200 km nördlich der Aimaghauptstadt Tschoibalsan, den tiefsten Punkt der Mongolei.
Reiseroute
Nach dem alten mongolischen Sprichwort
„Der Gelassene nutzt seine Chance besser als der Getriebene“ gibt es keinen festen Terminplan der festschreibt was, wann, wo und zu welcher Zeit zu passieren hat. Wer Land und Leute kennen lernen möchte, wer die Mongolei erleben will, der braucht Zeit und keinen Terminplaner. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es im Falle einer Autopanne schöner ist, die Nacht als Gast in einer Jurte zu verbringen, als hektisch zu versuchen, den Reiseablauf mit deutscher Pünktlichkeit einzuhalten. Erlebnisse kommen von selbst, sie lassen sich nicht planen. In diesem Sinne sollte die nachfolgende Tourbeschreibung als Rahmen angesehen werden, mit genügend Raum und Zeit zum Erleben an den geplanten Zielorten. Übernachtungen erfolgen je nach Örtlichkeit in Zelt, Jurte oder Hotel. Die Verpflegung erfolgt unterwegs durch unseren eigenen Koch bzw. in lokalen Gastwirtschaften.
Reisetag 1
Egal mit welcher Fluggesellschaft man fliegt, die Ankunft mit dem Flugzeug in Ulan Bator erfolgt in aller Regel vormittags. Auch wenn der Zeitunterschied zu Deutschland, je nach Jahreszeit, mit

sechs bis sieben Stunden scheinbar gering ist, so zeigt doch die Erfahrung, dass man ein paar Tage braucht, um wieder den richtigen Tag-Nacht-Rhythmus zu finden. Nach dem Transfer ins Hotel steht es daher jedem frei, entweder auszuspannen oder an unserer Stadtbesichtigung teilzunehmen.
Reisetag 2
Nachdem das Gepäck am späten Vormittag in den Bussen verstaut ist, geht es los. Wir verlassen Ulan Bator in östlicher Richtung. Vorbei am Dschingis-Khan-Denkmal bei Nalaikh und vorbei an Baganuur, dem größten Kohletagebau der Mongolei, erreichen wir am späten Nachmittag die Ortschaft Delgerkhaan im Zentrum Khuduu Arals, einem etwa 20 mal 50 km großen Tal im südlichen Khentigebirge. Die Übernachtung erfolgt in einem Jurtenlager in unmittelbarer Nachbarschaft der Zwillingsseen Avraga-Nuur und Toson-Avraga-Nuur.
Reisetag 3Den dritten Reisetag nutzen wir zu einem Tagesausflug in die Umgebung. Zuerst besuchen wir die Stehle mit dem Abbild Dschingis Khans, die an die „Geheime Geschichte der Mongolen“, das erste schriftliche mongolische Geschichtswerk, erinnert. Danach geht es zu Fuß zu dem in unmittelbarer Nähe befindlichen Sommerlagerplatz "Ihk Aurug" mit Mineralquelle. Anschließend fahren wir zum erloschenen Vulkan „Bus-Ovoo“.
Reisetag 4Heute steht die Weiterfahrt nach Süden in die Nordostgobi an. Über Underkhaan am Fluss Kherlen-Gol kommen wir immer südlicher. Wir übernachten in unseren Zelten in der Nähe mehrerer Salzseen zwischen den Orten Munkhaan und Baruun-Urt unter dem samtschwarzen, wie mit funkelnden Diamanten übersäten Sternenhimmel.
Reisetag 5Ziel unserer heutigen Fahrt ist das Vulkanfeld Dariganga an der mongolisch-chinesischen Grenze. Wir schlagen unser Lager am malerisch zwischen Sanddünen und Steppe gelegenen Ganga-Nuur-See auf und erkunden dort die Umgebung. Der Ganga-Nuur ist als Vogelparadies bekannt. Zur Beobachtung der Vogelwelt sollten sich reichlich Möglichkeiten bieten.
Reisetag 6Den Reisetag Nummer sechs werden wir für einen Ausflug zum Vulkankegel „Schiliin-Bogd-Uul“ nutzen und diesen auch besteigen. Die Anstrengungen werden mit einem grandiosen Blick über das Vulkanfeld belohnt. Anschließend suchen wir die versteckt liegende Höhle Bajandulaan auf und werden diese erkunden.
Reisetag 7Nach den Erlebnissen im Dariganga Vulkanfeld ruft nun die Menegiin-Steppe. Dort angekommen werden wir unser Lager erneut an einem See, dem Saigiin-Dalai-Nuur, aufschlagen. Mit etwas Glück können wir hier wildlebende Gazellen beobachten.
Reisetag 8Auf unserer nächsten, nun nordwärts gerichteten Etappe steuern wir über das Verwaltungszentrum des Dornod-Aimags Tschoibalsan den Khukh-Nuur-See an. Dieser ist mit 565 m der tiefste Punkt der Mongolei. Inmitten wogender Steppengräser übernachten wir am Rande des Sees.
Reisetag 9
Tag Neun unserer Reise bringt uns wieder in in das Khentigebirge und damit in den Bereich von Bäumen und Wäldern zurück. Der Ort Dadal wird gegen Abend erreicht. Auf dem Weg dorthin passieren wir den Wall des Dschingis Khans und den Fluss Onon-Gol an dessen Ufern der große Herrscher seine Kindheit verbracht haben soll. Wir übernachten im Erholungscamp „Drei Seen“ inmitten ausgedehnter Kiefernwälder.
Reisetag 10Eine Wandertour in die nähere Umgebung bringt uns zu wichtigen Kultstätten Dschingis Khans. Es besteht die Möglichkeit, im Baldj-Gol-Fluss nördlich Dadals sein Anglerglück zu versuchen.
Reisetag 11Entlang des Onon-Gol-Flusses geht es nun wieder in Richtung Westen. Viele Fluss- und Gebirgsquerungen machen diese Tour anspruchsvoll. Ziel der Fahrt ist der Ort Binder, der als möglicher Geburtsort Dschingis Khans bestimmt wurde. Die Übernachtung erfolgt im Stadtzentrum in einem typisch mongolischen Landhotel. Die umgebenden Berge laden zum Wandern ein.
Reisetag 12Auf einer erneut sehr anspruchsvollen Etappe geht es weiter durch das Khentigebirge entlang des Onon-Gol. Gegen Nachmittag sollten, wenn alles klappt, die heißen Quellen im Quellgebiet des Onon-Gol für die Strapazen der Tagesetappe entlohnen.
Reisetag 13Von den heißen Quellen am Onon-Gol fahren wir weiter zum Burkhan-Khaldun. Mit bedeutenden Erlebnissen in der Jugend Dschingis Khans verbunden und schon lange vorher als Sitz von Geistern verehrt, bestimmte der große mongolische Herrscher diesen Berg bereits zu seinen Lebzeiten zum heiligen Berg. Nach dem Aufbau der Zelte am Khentii-Nuur-See ersteigen wir diesen Berg und besuchen den auf seinem Hochplateau liegenden steinernen Ovoo.
Reisetag 14Wenige Fahrstunden südlich erreichen wir über ein Seitental des Kherlen-Gol-Flusses die Hochebene, auf der Dschingis Khan zum „ozeangleichen Herrscher“ aller Menschen gekrönt wurde. Am Khukh-Nuur-See schlagen wir unser letztes Lager in der mongolischen Steppe auf. Die Umgebung lädt zum Wandern ein.
Reisetag 15Am fünfzehnten Reisetag erreichen wir wieder Ulan Bator. Nach dem Einchecken in unser Hotel werden wir den Abend in einem der zahlreichen Restaurants im Zentrum der Steppenmetropole ausklingen lassen.
Reisetag 16Unser letzter Tag in der Mongolei steht ganz im Zeichen der Souvenirjagd. Neben der eigenen Jagd in den Straßen Ulan Bators besteht die Möglichkeit, sowohl den „Schwarzmarkt“ als auch das Große Kaufhaus in der Nähe des Sukhbaatarplatzes im Stadtzentrum gemeinsam anzufahren. Ähnlich zum Vorabend besteht die Möglichkeit, den Abend in einem der zahlreichen Restaurants im Zentrum der Steppenmetropole ausklingen lassen.
Reisetag 17Mit dem Erreichen der „Zivilisation“ ist „Zeit wieder Geld“, weshalb wir sehr früh zum Flughafen starten, da die mongolische MIAT und auch die russische Aeroflot sehr früh am Morgen in Richtung Deutschland starten. Einen reibungsfreien Flug vorausgesetzt erreichen wir Deutschland am Nachmittag des selben Tages.
Reisedaten (Vorschläge)
23. Mai bis 9. Juni 2010
22. August bis 8. September 2010
Gruppengröße
5 bis 10 Personen
Kosten
2.500 € pro Person
(siehe auch Leistungen)